Auf Siegfrieds Spuren 2

Worms verfügt über den ältesten erhaltenen jüdischen Friedhof Europas, den Heiligen Sand. Er dürfte gleichzeitig mit dem Bau der ersten Synagoge in Worms angelegt worden sein.Blick über den jüdischen Friedhof

Die ältesten Grabsteine stammen aus dem Jahren 1058 und 1077. Insgesamt umfasst der Friedhof rund zweitausend Gräber. Nahe dem Eingang liegen die Grabsteine von Meir von Rothenburg und Alexander ben Salomon Wimpfen.  Diese Rabbinergräber gehören zu den wichtigsten Grabdenkmälern des Friedhofs und sind ein Ziel vieler jüdischen Besucher – was man an der Anzahl der abgelegten Steine auf den Grabsteinen erkennen kann.Grabsteine von Meir von Rothenburg († 1293) und Alexander ben Salomon Wimpfen († 1307)

Weitere namhafte jüdische Gelehrte liegen im sogenannten Rabbinental begraben. 1911 wurde ein neuer jüdischer Friedhof außerhalb der Stadt angelegt, somit lief die Nutzung des Heiligen Sandes weitgehend aus. Die letzten Bestattungen wurden in den 1930er Jahren durchgeführt.Steine auf einem Grabstein

Interessant war für mich ein Grabstein in Form eines Baumstamms. Er war noch jüngeren Datums und in Deutsch beschriftet. Der überwiegende Teil der Grabsteine hat hebräische Inschriften. Grabstein in Form eines Baumstammes Der Friedhof blieb während der NS-Diktatur von Übergriffen oder Schändungen verschont, nur einige Bombentreffer richteten bis 1945 punktuelle Zerstörungen an. Nach Kriegsende wurden von der Stadt zerstörte Grabsteine so weit möglich wieder hergestellt, und auch die Synagoge wieder aufgebaut.
Grabsteine auf dem Friedhof
Ich laufe gern über alte Friedhöfe, sie bieten Ruhe und Erholung, sowie unendlich viel Geschichte und Geschichten.
Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof

11 Antworten auf „Auf Siegfrieds Spuren 2“

  1. hi kalle, meinen dank für deinen kommi. über die bücherwahl nach farben hab ich gestern geschmunzelt. die aktion von kerki wird noch genügend gesprächsstoff liefern.
    friedhöfe empfinde ich auch faszinierend, der baumstamm zum gedenken ist ungewöhnlich – doch gewiss mit bedacht ausgewählt.
    liebe grüsse von der kelly

  2. Hi Kalle,

    das ist ein hochinteressanter Eintrag von dir ..wenn wir das nächste Mal in der Gegend sind, werden wir den Friedhof ganz sicher besuchen. Einen Grabstein aus einem Baumstamm habe ich bisher noch nie gesehen .. Ein denkwürdiger Ort. Solche alten Friedhöfe mag ich auch gern..

    Liebe Grüße schickt dir
    Ocean

    1. Hi Ocean,
      leider waren wir auch nicht lange dort. Bestimmt gibt es noch viele interessante Dinge zu entdecken, wenn man sich mehr Zeit nimmt, und den Ort länger auf sich wirken lässt.
      Liebe Grüsse kalle

  3. Lieber Kalle,
    auch ich besuche gerne alte Friedhöfe. Dieser hier ist etwas Besonderes, weil er so alt ist und so riesig groß. Und nicht jeder Friedhof hat einen Baumstamm-Grabstein zu bieten.

    Viele Grüße
    Traudi

  4. Hallo Kalle,
    auch mich hat der alte jüdische Friedhof in Worms sehr fasziniert, als wir in vor vielen Jahren besuchten. Aber Worms ist ja voller Geschichte und immer eine Reise wert.
    Grüße von Erika

    1. Hallo Erika,

      wir werden bestimmt nochmal nach Worms fahren. Dieter hat es dort gefallen, und mit der Bahn ist man schneller dort wie mit dem Schiff 🙂

      Liebe Grüssle kalle

  5. ich war noch nie in Worms, hatte das noch nie geschafft, aber oft vorgenommen, gerade wegen dem Friedhof. Minibares hat mir geschrieben, dass du diesen Artikel hier hast. Einen Baumstamm, das sehe ich das allererste Mal an einem juedischen Friedhof. Das ist etwas sehr ungewoehnliches. Danke fuer diesen interessanten Beitrag

  6. Lieber Kalle, da haben wir mal an einem Ostertag vorn im Eingangsbereich gestanden. Weiter kamen wir leider nicht.
    Der Baumstamm ist echt beeindruckend.
    Super, dass du nun richtig da gewesen bist. Deine Fotos, die Infos, das hast du mal wieder großartig gemacht.

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