An und auf der See

…waren wir diesem sonnigen Montag. Zuerst sind wir in Richtung Redewisch zur Steilküste gelaufen.

Weiden am Weg zur Steilküste

Hier säumen viele Weiden und Büsche unseren Weg….

Felder an der Steilküste

Zur Steilküste hin stehen die Felder im vollem Korn, und müssen bald abgeerntet werden.

Felder an der Steilküste

Unten im Bereich der Steilküste liegt sehr viel grobes Geröll und viele tote Muscheln, deswegen ist es schwierig dort zu laufen. Oben entlang der Steilküste ist es gefährlich, da es in letzter Zeit zu Abbrüchen gekommen ist.

Blick auf das Meer von der Steilküste

Hinweisschilder waren die Spaziergänger und Radfahrer. Die Steilküste ist hier in Boltenhagen über 30 Meter hoch!

Steilküste

Wir trauten uns bis an den Rand; allerdings haben wir nicht den idyllischen Weg oben entlang der Steilküste genommen, sondern den geteerten Radweg, da es letzte Woche oft geregnet hatte, und der aufgeweichte Boden leichter abbrechen kann.

Wir am Abgrund

Am Abend ging es mit dem Solarboot himaus zum Lieps.  Lieps ist der Name für eine zeitweise trockene Sandbank nordwestlich von  Wismar und fünf Kilometer westlich der Insel Poel, welche sich von der Tarnwitzer Huk aus 3,5 Kilometer nach Osten erstreckt.

Sonne über der Wohlenberger Wiek

Der Lieps war im Mittelalter eine Halbinsel, welche die Wohlenberger Wiek im Norden begrenzte. Später durchtrennten vermutlich Sturmhochwasser die Landverbindung. Er schützt die Wiek vor hohen Wellen…

Kormorane und Möwen auf dem Lieps

Wir hatten Glück und sahen den Lieps völlig trocken; deshalb saßen dort viele Wasservögel. Doch unser Wunsch waren Seehunde, und tatsächlich ließ sich an der Spitze einer kurz blicken:

Seehund und Kormorane auf dem Lieps

Hier haben sich die Fischer damit abgefunden, doch normalerweise stehen die Fischer mit den Seehunden auf Kriegsfuß.

Kurioses Muschelmuseum

Seit diesem Jahr hat ein kleines, aber feines Museum des Klützer Winkels eine neue Heimat: Kalkhorst beherbergt nun das Muschelmuseum, wo man über 3000 Muschel- und Schneckengehäuse bewundern kann.

Große und kleine Gehäuse

Große und Kleine, eine riesige Vielfalt von Formen, Mustern und Farben…

Farbige Muscheln

Diese Muscheln sind nicht gefärbt. Sie sind tatsächlich leuchtend bunt; manche uni, andere gemustert, mit Flecken oder Streifen, sogar im Camouflagelook findet man Exemplare. Da kann man staunen, was die Natur alles hervorbringt! Doch das Beste an diesem liebvoll gestalteten Museum ist, dass es nicht nüchtern Muscheln und Schnecken nebeneinander aufreiht, sondern diese lustig und kurios präsentiert:

Große und kleine Gehäuse

Lateinische Namen oder Raritäten sucht man hier (bis auf wenige Ausnahmen) vergeblich, stattdessen kennzeichnen humorvolle Kreationen die Ausstellungsstücke, welche eigentlich alle Abfall sind.

Große und kleine Gehäuse

Und dieser wurde fleissig gesammelt. Die lustigen Namensgebungen beschreiben die Exemplare anschaulicher als die „offiziellen“ Bezeichnungen; dadurch ist das Muschelmuseum unterhaltsam für Klein und Groß. Dennoch zeigt die Ausstellung auch die Kehrseite der Medaille, und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz, bzw.  gibt Anregungen, wie man die Vielfalt der Muscheln und Schnecken für unsere Nachkommen erhalten kann.

Große und kleine Gehäuse

Ein Ausflug nach Kalkhorst lohnt, zumal nebenan auch ein Miniaturenpark eröffnet hat. Im Maßstab 1:25 werden dort bedeutende und bekannte Gebäude aus ganz Mecklenburg-Vorpommern gezeigt. Vielleicht besuchen wir demnächst diesen Park, doch der Besuch im Museum war so spannend, dass dafür keine Zeit blieb. Schliesslich wollten wir noch Kaffee trinken…

Stachbeerbaiser

Und zwar im Steinbecker Hofladen bei Familie Mann, wo man den besten Kuchen des Klützer Winkels essen kann. Beliebt sind die himmlichen Torten, die jeden Tag frisch angeboten werden – Genuss pur. Daneben gibt es Produkte aus eigener Produktion wie Fleisch, Wurst oder Marmeladen, sowie Käse, Eier, Gemüse aus der Region.

Steinbecker Hofladen

Marina, Marina, Marina

…“dein Chic und dein Charme, der gefällt“ könnte man singen, wenn man einen Ausflug zur „Weissen Wiek“ in Tarnewitz macht.

Blick auf das Iberhotel vom Fischereihafen

Bei strahlendem Sonnenschein zeigt sie sich von ihrer schönsten Seite!

Fischereihafen

…und auch der Fischerhafen liegt verträumt und friedlich da. In der Marina ankern die vielen Segler und Jachten…

Fischereihafen

Vom Dorfhotel mit seinen Appartementhäusern hat man einen wunderbaren Blick auf die Wohlenberger Wiek….

Fischereihafen

…und die Ostsee, die Wismarer Bucht, sowie die Insel Poel. Hier kann man richtig entspannen…

Fischereihafen

Dampfzug-Nostalgie mit dem Molli

…unser vierter Teil der Bädertour, und gleichzeitig der Höhepunkt!

Molli in Bad Doberan

Der Molli fährt durch die engen Strassen der Münsterstadt,  und man könnte vom Zug fast einkaufen – so nah fährt der Molli an den Geschäften von Bad Doberan vorbei.  Die Schmalspurbahn stammt aus Kaiser Wilhelms Zeiten, und fährt die 15,4 Kilometer lange Strecke nach Kühlungsborn seit diesem Jahr in einem neuen Gleisbett.

Villa in Bad Doberan

Vorbei an herrschaftlichen Häusern fährt der Molli anfangs beinahe Schritttempo, später wird er schneller durch die idyllische Küstenlandschaft in Richtung Heiligendamm.

Molliwagen

Hier tagte 2007 der G8-Gipfel. Damals wollten die Gipfelteilnehmer vereinbaren, die weltweiten CO2-Emissionen bis 2050 um 50 % zu senken….

Heiligendamm

Innenraum eines Wagens

Klimafreundlich ist das rauchende Dampfross zwar nicht, doch die Fahrt ist ein unvergessliches Erlebnis, welches ein Stück Eisenbahnromatik darstellt. Und diese muss selbstverständlich fotographisch dokumentiert werden…

Fotosession mit dem Molli

P.S. zum Abschluss unserer Tour mit Ulrich Sager von Rund um Touristik gönnten wir uns noch eine kleine Nascherei in der Bäckerei Röntgen in Kühlungsborn:

Pralinenmäuschen

Halt die Klappe

…im Münster von Bad Doberan! Nicht weil man in der Kirche wenig reden sollte, sondern weil man im Mittelalter sehr fromm (und leise?) war. Im Chorgestühl einer Kirche/Münsters usw. waren Klappsitze angebracht, welche geräuschlos heruntergeklappt werden sollten. Wer die Klappe fallen ließ, wurde mit den Worten getadelt: „Halt die Klappe!“

Chorgestühl  Münster Bad Doberan

Mehr zeige ich euch nicht, denn das Münster hat eine informative Homepage mit vielen Fotos und Erklärungen für Neugiere 🙂

Warnemünde mit Sonne

…oder Bädertour Teil 2: Unser Reiseführer hatte es uns bei der Abfahrt prophezeit, und tatsächlich…

Kahn im Alten Strom

…wir hatten Glück! In Warnemünde kam die Sonne hervor, und wir konnten den Spaziergang am Alten Strom genießen.

Herzen am Hafen Kahn Moby Dick

An der dortigen Drehbrücke hängen schon unzählige Herzen von verliebten Paaren…

Kapitänshäuser in der Alexandrinenstraße

Sehenswert sind die Kapitänshäuser in der Vörreeg (Vorderreihe) und in der Achterreeg (Hinterreihe). Allesamt liebevoll restauriert, versprühen sie den Charme aus der „guten alten Zeit“. In der schmaleren Alexandrinenstraße mit seinem markanten Kopfsteinpflaster gibt es weniger Veranden und Geschäfte als in der Vorderreihe am Alten Strom. Bei manchen Häusern kann man direkt in die Zimmer schauen.

Vorbau in der Alexandrinenstraße

In der Alexandrinenstraße gibt es auch ein Haus, wo Hans Bötticher, besser bekannt als Ringelnatz, früher einkehrte, um einen Whiskey zu trinken und die ersten Verse seines bekannten Gedichtbandes „Kuttel Daddeldu“ zu schreiben. Als Matrose lebte er eine Zeit lang in Warnemünde, nun hat ein Hotel mit seinem Namen dort eröffnet, und bietet exclusive Zimmer, sowie eine Galerie für Gäste an.

Ringelnatzhotel

Außerdem entdeckten wir viele kleine Gänge. Diese Quergässchen werden „Tüschen“ genannt, und strahlen noch urtümliche Fischerdorf-Atmosphäre aus.

Häuschen in der Achterreeg Möwe

Am Alten Strom, dem ehemaligen Mündungsarm der Warnow, befindet der Fischereihafen, der Fischmarkt, viele Restaurants, Cafés und Boutiquen. Hier spürt man das maritime Flair des Ostseebades Warnemünde. Der Trubel ist fazinierend, aber auch anstrengend; da sehnt man sich nach klösterlicher Ruhe. Diese fanden im dritten Teil unserer Tour…

Vörreeg - Am Alten Strom

Rostock im Regen

Unsere Bädertour ist nicht ins Wasser gefallen, obwohl es während der Hinfahrt wie aus Kübeln schüttete. Daher entschied sich unser Reiseführer Ulrich Sager zuerst eine kleine Stadtrundfahrt durch Rostock zu machen.

Deutsche Med

Von Rostock kannten wir bisher nur die Plattenbauten der Vororte und den Hafen, doch die Innenstadt noch nicht. Und diese hat überraschenderweise interessante Bauwerke zu bieten, z. B. die gläserne Welle der Deutschen Med vom deutsch-amerikanischen Architekten Helmut Jahn.

Lange Strasse

Lange Straße: Im Zuge des Wiederaufbaus der Innenstadt, vertrat die Staatsführung der DDR die Auffassung, der geplanten Rolle der Stadt als bedeutendstem Hafenort der Republik sollte durch eine prachtvolle, monumentale Magistrale als Symbol des neuen, sozialistischen Rostock Ausdruck gegeben werden. Am 30. Januar 1953 setzte Walter Ulbricht den Grundstein für diese neue Hauptstraße. Ursprünglich im stalinistischen Zuckerbäckerstil projektiert, entschloss man sich, in der Fassadengestaltung auf Zierelemente der norddeutschen Backsteingotik, wie Rosetten und Fialen zurückzugreifen, welche dem Stadtbild der Altstadt nicht geschadet hat, und heute in neuer Pracht erstrahlt. Seit 1979 steht die Lange Straße als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. (c) Wikipedia

Lange Strasse alter Speicher am Hafen

Am Warnowufer entlang fuhren wir über den IGA-Park nach Warnemünde – unserem ersten Ziel der Bädertour 🙂

Alter Strom