Mit Herz und Seele marschierten Lesben, Schwule und Transgender zusammen mit Heten am Samstag bei der Demo-Parade des CSD Karlsruhe durch die Innenstadt. Getreu dem Motto „Schau nicht weg!“ begleiteten viele Karlsruher die bunte Parade am Wegesrand, sowie an den Fenstern.

…mein queeres Montagsherz 😉
Farben-ABC Q…wie queerfarben
Quitten und Quallen wurden bereits gesichtet, sogar Quellwasser steht nicht mehr zur Verfügung; also musste ich mir etwas anderes für das Farben-ABC einfallen lassen 😉
Anders ist meine Farbwahl tatsächlich, denn ursprünglich als Schimpfwort für Schwule und andere, die von den heteronormativen Regeln abweichen, erfuhr das Wort queer in den Neunzigern bei uns eine positive Neubewertung. Seither ist es quasi ein Überbegriff für alle Schwulen, Lesben, Bi-, Inter-, Pan- und Asexuellen, Transgender, BDSMler, oder sogar für heterosexuelle Menschen, welche Polyamorie praktizieren. Und weil diese Vielfalt sich auch farblich darstellen lässt, habe ich „queerfarben“ für den Buchstaben Q gewählt:

Farblich präsentiert sich „queerfarben“ in den Regenbogenfarben, symbolisiert durch die Regenbogenfahne, welche ursprünglich aus acht Farben bestand:
- Fuchsia = „Sexualität“
- Rot = „Leben“
- Orange = „Gesundheit“
- Gelb = „Sonnenlicht“
- Grün = „Natur“
- Türkis = „Kunst“
- Königsblau = „Harmonie“
- Violett = „Geist“
Vereinzelt wurde ein schwarzer Streifen hinzugefügt, er sollte an die AIDS-Problematik erinnern. (c) Wikipedia. Heute ist sie als Regenbogenflagge – ohne die Farben Fuchsia und Türkis – weltweit etabliert.
P wie Poporosa
Der Popo ist für viele ein echter Hingucker! Ein schöner Po ist sexy, und egal ob knackig, rund, mit oder ohne Grübchen – jeder Po ist einzigartig. Da er meist schamhaft verhüllt wird, bleibt er oft blass rosa – wie bei meinem heutigen Beitrag zum Farben-ABC:

Nur beim FKK, in der Sauna, oder wie beim CSD darf man ihn zeigen. Schade eigentlich…;)
Kondome statt Kamelle
…hat die AIDS-Hilfe Heidelberg beim gestrigen CSD in Mannheim fleissig verteilt, dazu Lutscher für die Kids und Traubenzucker für die Kleinsten. „Fair lieben – machsmit!“ lautete unser Motto in Anlehnung an das diesjährige Motto des CSD Rhein Neckar „Fairplay“.

Unterstützung fanden wir auch bei dem , die nach der Parade für die regionalen Aidshilfe sammelten. Bei strahlendem Sonnenschein wurde wir zuerst „aufgehübscht“: mit Sonnenbrille, roter Schleife und Trillerpfeife zogen wir durch die Quadratestadt…

Wie immer mit dabei: Viola Varell , diesmal mit Verstärkung durch Lucy Tramp !

Überhaupt sah man dieses jahr viele Fummel, und weniger nackte Haut. Hatten die Beteiligten dem Wetter nicht getraut? In den aufwenigen, aber wärmenden Kostümen wurde es ziemlich heiss…

Das wohl wärmste Kostüm hatte ein Cosplayer, der als Busch mitlief…

Zwischen den Gruppen und Wägen immer wieder Einzelpersonen, die durch ihre auffälligen „Montour“ die Blicke auf sich zogen…

Doch der CSD ist nicht nur ein farbenfroher Umzug, sondern auch eine politische Demonstration für die Gleichstellung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern. Zwar sind Beamtinnen und Beamte inzwischen in eingetragenen Lebenspartnerschaften im Dienstrecht der Ehe gleichgestellt, und gleichgeschlechtliche Paare dürfen sich seit Jahresbeginn auf allen Standesämtern in Baden-Württemberg verpartnern, aber momentan heizt das Thema Ehegattensplitting die Emotionen an, und zeigt, dass die völlige Gleichstellung noch nicht bei jedem angekommen und akzeptiert ist. Dazu braucht es weiterhin CSD’s und den Mut nach aussen zu gehen…

…und sich zu zeigen. Mit oder ohne Luxuskörper!!!

Bei den Ledermännern herrschte strenger Dresscode! In Lack und Leder…

…uniformiert, in Camouflage oder mit Waschbärbauch. Schliesslich wollen die Zuschauer etwas zum fotgrafieren haben. Und fotografiert wurde viel. Ich konnte nicht zählen, in wievielen Alben ich verewigt sein werde..

…doch ich war nicht der einzige Rollifahrer – die Szene ist eben bunt und vielfältig!!!

Auf meinem Facebookprofil findet ihr weitere Bilder von der Demo-Parade, die über zwei Stunden dauerte. Auf dem Paradeplatz fand die Abschlusskundgebung und das Strassenfest statt. Am späten Abend fiel ich ziemlich kaputt, aber zufrieden ins Bett…
Aber bitte mit Fahne
…lautete heute das Motto um 12 Uhr mittags in Heidelberg. Unser Bürgermeister für Integration, Chancengleichheit und Bürgerdienste Wolfgang Erichson höchstpersönlich hisste zwei Regenbogenfahnen vor dem Rathaus. Leider steckte der Verein CSD Rhein Neckar noch im Stau, so dass sie das offizielle Fotoshooting knapp verpassten. Zum Glück war eine Angestellte und meinereiner stellvertretend für die AIDS-Hilfe Heidelberg vor Ort.
Unbeachtet von mehreren Hochzeitsgesellschaften und Unmengen von japanischen Touristen wurde dieser würdige Akt vollzogen. Schliesslich war es vor Jahren noch nicht üblich, auf diese Art und Weise an den Christopher Street Day zuerinnern.
Mannheim gedenkt dieses Ereignis seit ein paar Jahren mit einer großen Demoparade, welche morgen um 15 Uhr que(e)r durch die Quadrate zieht. Drum herum gibt es jede Mengen Parties und Veranstaltungen. Wie z. B. das Fahnehissen in Heidelberg mit geleichzeitigem Sektempfang…

Zum Glück kamen die Mannheimer noch an, und es gab es den versprochenen Sekt. Dabei konnten sogar Neugierige und Interessierte teilnehmen, und sich nebenbei über diese Aktion auf dem Marktplatz informieren.
Apropo Marktplatz: die Abschlusskundgebung und eine kleine Feier gibt es morgen nach der Parade auf dem Paradeplatz in Mannheim. Passt irgendwie 😉
Wir werden auf jeden Fall mit dabei sein, unterstützt diesmal durch zwei imposante Damen: Viola Varell, den längsten Beinen der Region, und ihrer bezaubernden Kollegin Lucy Tramp. Am Sonntag folgen dann Bilder vom CSD Rhein Neckar in Mannheim.
Montagsherz. Mit Recht.
Aus der „Stadt des Rechts“ kommt mein heutiges Montagsherz, das ich während der Demoparade zum CSD Karlsruhe 2012 an der Paradestrecke entdeckte:

Es lockt die Passanten in die Bar „Chez nous“ im „Rotlichtviertel“, oder wie nennen die Karlsruher dieses Gebiet?
Liebe. Mit Recht.
Samstagmittag, bewölkter Himmel, aber angenehm warm, am Friedrichplatz in Karlsruhe. Die ersten Gruppen treffen ein…

…aber auch einzelne Personen möchten beim zweiten CSD in Karlsruhe mitwirken. Mit Recht.

…egal ob jung oder alt. Mit Recht.

…egal ob „verkleidet“ oder nackt. Mit Recht. Das diesjährige Motto bezieht sich auf das Karlsruher Bundesverfassungsgericht, welches in den letzten Jahren wiederholt die Diskriminierung von Homosexuellen anprangert hat.

Mit schwindelerregenden High Heels…

…und Glamour bzw. „fremde Federn“ :). Mit Recht.

Präventiv mit Kondom (bei inzwischen strahlend blauem Himmel) …

…oder werbend für den CSD Rhein Neckar in Mannheim am 08. August. Fair Play.

Für die Akzeptanz und Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Mit Recht.

Die Schirmfrauen des CSD bringen es auf den Punkt: „Wenn Außenstehende das mit Karneval vergleichen, ist das ein Missverständnis“, erklären ANA & ANDA. „Viele von uns verkleiden sich im Alltag mehr, als auf dem CSD Und weil es Mut braucht, sich eine Identität fernab der Normen zu erschaffen, wird diese auf den CSDs gerne stolz zur Schau getragen.“ (c) Konnys Lesbenseiten

… auch in der Kirche. Mit Recht.
